E-Gitarre

Geschichte

Orville H. Gibson eröffnete Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA die „Gibson Mandolin-Guitar Company“ und stellte unkonventionelle Gitarren mit gewölbter Decke, gewölbtem Boden und einem nach hinten gewinkelten Hals her, die sich schnell großer Beliebtheit erfreuten und nach und nach in den Orchestern die Banjos ersetzten. Jedoch wurden sie dort nur als Rhythmus-Instrument eingesetzt, da sie für Soli im Ensemble zu leise waren. George D. Beauchamp experimentierte daher 1925 mit Tonabnehmern von Schallplattenspielern, um seine Gitarre im Orchester besser hörbar zu machen, und so war die Idee der elektrischen Gitarre (E-Gitarre) geboren. Die weitere Entwicklung der E-Gitarre zur heutigen Bauart wurde unter anderem stark durch Leo Fender und Gibson geprägt.

Bauweise

Da eine E-Gitarre für die elektrische Tonabnahme konzipiert ist, hat sie meist keinen Klangkörper wie eine akustische Gitarre, sondern einen Korpus aus massivem Holz (Solidbody). Häufig wird dabei Ahorn, Mahagoni oder Ebenholz verwendet. Durch diese Bauart sind viele verschiedene Formen mit Single- oder Double-Cutaway möglich, um das Greifen der höheren Bünde der Gitarre zu vereinfachen. Die wohl beliebtesten E-Gitarren-Formen sind die der Fender Stratocaster, Fender Telecaster, Gibson Les Paul sowie Gibson SG, die als Vorreiter gelten und heute auch in vielen abgewandelten und modifizierten Formen von anderen Herstellern existieren. In der Regel hat eine E-Gitarre sechs Saiten und 21-24 Bünde, jedoch gibt es mittlerweile auch einige Modelle mit sieben, acht oder neun Saiten. Die Mensur der E-Gitarre beträgt dabei standardmäßig 63-65 cm und die Sattelbreite 43-45 mm. Auch die E-Gitarre verfügt über einen Halsstab, der unter anderem dafür genutzt wird, um die Saitenlage durch das Verstellen des Winkels von Hals zu Korpus anzupassen. Bei der Stimm-Mechanik und dem Steg (Hardware) gibt es verschiedene Ausprägungen, die durch Material und Bauweise den Klang und die Bespielbarkeit des Instruments beeinflussen. Die Schwingung der Saiten wird über elektromagnetische Tonabnehmer, die in den Bauformen Single Coil und Humbucker existieren, abgenommen und kann mit einem Verstärker in einer höheren Lautstärke und nach Belieben mit Verzerrung wiedergegeben werden. Ferner kann durch die Benutzung verschiedener Verstärker und Effektgeräte eine große Vielfalt an Sounds erzeugt werden.

Spieleigenschaften

Häufig wird die E-Gitarre mit einem Plektrum angeschlagen. Über die Jahre haben sich dabei verschiedene, speziellere Anschlagstechniken wie das sogenannte Tapping, bei der auch die rechte Hand auf dem Griffbrett Töne anschlägt und in Kombination mit der Greifhand einen besonderen Klang erzeugt, das Sweep Picking oder das Palm Muting, bei dem die angeschlagene Saite mit der Anschlagshand am Steg abgedämpft wird, um die Klangdauer zu verkürzen, entwickelt. Die E-Gitarre wird vor allem in Bands für den Bühneneinsatz verwendet und kann durch die große Wandlungsfähigkeit ihres Klangs für eine Vielzahl an Genres verwendet werden. Durch ihren schmalen und kompakten Hals sowie durch die tiefe Saitenlage eignet sie sich ferner gut, um schnelle Tonfolgen einfacher spielen zu können.

Berühmte E-Gitarrenspieler

Kirk Hammet  |  Eric Clapton   |  Jimi Hendrix